"Lyrik ist im Grunde nichts als die Verdichtung von Gefühlen."   

DER Frühlingsnovember
Wird uns zur Gnade
Im verschlossenen Land
Der sterbenden Seelen.

Der breite Strom fließt
Unberührt funkelnd.
Sein Lauf geht wie die
Zeit.

Seelen weinen sich leise
In den Lebensstrom.
Verlieren sich in tausend Funken
Im weiten Freiheitsmeer.

IM Garten der Gedanken.

Im Abend meiner Zeit.

Fand ich zauberleicht den

Weg durch schwarze

Zypressenhaine.

Auf sanftem Hügel vom

Mond erleuchtet, sah ich

Dich.

Gebettet auf weißer Lilien

Kissen.

Dein Antlitz noch schöner als

Im Leben.

Wie oft habe ich Deinen Weg

Genommen,

Wie oft die Zuversicht in Deinen

Augen gesehen,

Wie oft den Mut Deiner leichten

Hand gespürt.

Auch jetzt ergreife ich sie und

Wundersam wiederbelebt

Öffnen sich mir

Deine Augen.

Der sanfte Mund schenkt jenes

Lächeln,

Das ich im Leben nirgends fand.

Es verschmilzt mit meinen Lippen;

Meine Tränen glänzen im

Verlöschenden Licht auf

Deinem Marmorgesicht.

Deine Hand, ich fühle sie

Nicht mehr.

DER frisch gefangene Gorilla,

Der an den Gittern zerrte,

Der stolze Waldmensch,

Der den Wärtern drohte -


Der sitzt nun schon im zehnten

Jahr,

Der zerrt an den Gittern nicht 

Mehr,

Der nimmt von seinen Wärtern

Die Speise -


Der kommt aus der Enge ins

Gehege,

Der freut sich daran, wenn seine

Wärter es wollen -


Der lang gefangene Silberrücken,

Der fand seine Käfigtür

Nachts offen,

Der geht aber nicht hinaus -


Der sitzt im gittergebrochnen

Mondlicht,

Der sieht darin fantastisch grüne,

Weite Wälder,


Mit einer vergessenen Ahnung,

Um etwas verlorenes.


DEIN Feengesicht

Ungesehen.

Deiner Stimme Melodie

Ungehört.

Dein Wunderkörper

Unberührt.


Du bist wie meines Lebens

Legende;


Rauschen in der Zeiten

Wälder;

Tanzen auf des Lichtes

Strahlen;

Frühlingshauch auf meiner

Haut.

FAURÉ spielt mir leise

Barkenlieder.

Weiche Hoffnugsklänge

Bauen gotische Fassaden.


Meine Gondelgefährtin ist

Nur ein Gedanke.

Und doch fühle ich 

Ihren kleinen Körper in

Mich gewiegt.


Das Ruder führt mit

Leichter Hand, gewandet

In Schwärze,

Der Schatten.


Er singt uns, da es das

Letzte ist,

Sein schönstes Liebeslied.


MIT Verspätung geboren.

Der Welt verloren.


Adel des Geistes.

Der Menschheit Würde.


Fremde Worte aus dem

Geist der Zeit gefallen.


Ein Leben in Verwandlung

Auf schwankenden Brettern

Bleibt nur Erinnerung.


Im Trunke der Einsamkeit

Spielt er den eigenen Tod

Voraus.


Gebannt im Fotospiel.


Doch


Über das Meer der Zeit

Klingt seine Stimme.


Von der jedes Wort geadelt,

Und zum ersten Mal gehört.

(Gewidmet dem Schauspieler Oskar Werner)